Ausflug ins Haus der Religionen Bern

Veranstaltung von "Themen und Impulse"

Am Samstag 15. September besuchte eine erwartungsfrohe 18-köpfige Gruppe per Car das «Haus der Religionen» in Bern.
Nach der Ankunft informierte Herr Jäger, ein Initiant der ersten Stunde, über die mittlerweile 20-jährige bewegte Geschichte dieses Projekts. Den Anstoss dafür gab ein Stadtplaner, der 1998 in einer Studie zur Entwicklung der westlichen Quartiere Berns Massnahmen gegen die Ausgrenzung der kulturellen und religiösen Minderheiten forderte. Im Westen Berns ist der Ausländeranteil besonders gross. Die christliche Herrnhuter Brüdergemeinde Bern nahm den Ball auf und diskutierte die Idee an einem bereits bestehenden Runden Tisch der Religionen. 2002 wurde ein Betreiberverein gegründet, 2006 eine Stiftung, welche nach anfänglich grossen Schwierigkeiten die Finanzierung sicherte.

Vor gut dreieinhalb Jahren ist das Haus der Religionen – das erste dieser Art in in der Schweiz (ja europaweit) – eingeweiht worden. Christen, Aleviten, Muslime, Hindus und Buddhisten begehen seither ihre Kulte in ihrer Kirche, ihrem Dergah (Aleviten), ihrer Moschee, ihrem Tempel und ihrem Zentrum. Auch Juden, Baha'i und Sikhs sind Mitglieder des Vereins, der das Haus betreibt. Sie haben sich aber keine eigenen Sakralräume eingerichtet. «Das Ganze sei eine Bewegung von «unten», von der Basis her. Dass es überhaupt realisiert werden konnte gleicht einem Wunder», meinte Herr Jäger. Unter seiner kundigen Führung besuchte die Gruppe anschliessend die sakralen Räume der Religionsgemeinschaften. Dabei wurde deutlich, dass die Architektur des Gebäudes es ermöglicht, dass die ver-schiedenen Gemeinschaften den Kontakt miteinander suchen, sich aber auch zurück-ziehen können.

Zur Mittageszeit kam die Gruppe in den Genuss eines wunderbaren und reichhaltigen von Frauen aus Eritrea zubereiteten grossen Lunches, der allen bestens geschmeckt hat.

Am Nachmittag standen noch zwei gut dreiviertelstündige Besuche an: Der erste im Hindutempel; er wird hauptsächlich von tamilischen Hindus benutzt, und anschliessend in der Moschee in ihr kommen Muslime aus vielerlei Ländern zum Gebet zusammen.

Beeindruckt vom friedlichen, respektvollen, immer wieder zum Dialog bereiten Zusam-menleben von fünf, respektive acht Religionsgemeinschaften unter einem gemeinsa-men Dach, und mit vielen positiven Eindrücken, begab sich die Gruppe am späteren Nachmittag auf die Heimreise. (Ronald Kasper, Fotos: Manuela Schäfer)

Transparent, künstlerisch, miteinander verbunden, spirituell - Eingangsfassade

Evang. Kirchgemeinde
Berneck-Au-Heerbrugg