Ende oder Ziel?

Der Sonntagsartikel im «Der Rheintaler» vom 5.8.17 verfasst von Pfarrer Andreas Brändle, Diepoldsau.
Schon schwer gezeichnet vom Krebs hat Polo Hofer auf die Frage eines Journalisten, ob er den Angst vor dem Tod habe, gesagt: Nein – hab ich nicht, aber ich bin neugierig auf das, was nachher kommt.

Polo hat sich in vielen seiner Songs mit dem Tod beschäftigt, auch schon in jungen Jahren. Spontan kommen mir folgende Titel in den Sinn: „Wenn mis letschti Stündli schlaht“ oder „Blueme“ oder auch „S Letschte Hemmli.“

Der Tod nicht als Ende, sondern als Ziel – und dann gibt es da noch ein „Danach“?

Wie sehe ich das Leben?

Habe ich vom Leben das Bild eines Irrgartens, dann laufe ich irgendwie ziellos durchs Leben. Habe ich das Bild eines Karussells, dann gehe ich davon aus, dass ich mich immer im Kreis drehe. Habe ich das Bild einer Achterbahn, dann geht’s manchmal rauf und manchmal  auch wieder runter.

Die Bibel hat für das menschliche Leben das Bild eines Laufs. Vielleicht hatte der Apostel Paulus die Marathon-Läufer der damaligen Zeit vor Augen. Das Leben hat einen Startpunkt und ein Zielpunkt. Mit dem Ziel vor Augen läuft es sich besser. Wer ein Ziel vor Augen hat, der kann auch leicht Durststrecken und schwierige Phasen überstehen.

Vielleicht ist das Leben auch wie eine Pilgerreise, oder etwas weniger spirituell, wie eine Wanderung. Wer wandernd oder pilgernd unterwegs ist, braucht einen guten Rucksack. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Brauche ich wirklich einen Regenschirm und eine Regenjacke? Eines davon darf getrost weggelassen werden. Der Regenschirm ist etwas für Spaziergänger, aber sicher nichts für Wanderer. Man reduziert das Gewicht auf das Wesentliche. Wesentlich ist das, was man zum Wandern braucht, etwas zu trinken, etwas zu essen, gute, wetterfeste Kleidung und natürlich immer -  gute Laune.

Wichtig und entscheidend ist auch, dass man das Ziel vor Augen hat. Eine Hütte, mag sie noch so schön und wunderbar gelegen sein, die in den Wolken und im Nebel liegt, ist ein schlecht motivierendes Ziel. Eine Hütte aber, die weitherum sichtbar auf einem Felsvorsprung liegt, glitzernd und leuchtend in der Sonne, da möchte man hin, koste es was es wolle, um die schöne Aussicht zu geniessen.

Passend dazu schreibt Paulus im Brief an die Phillipper: Ich vergesse, was hinter mir liegt und ich strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. Ich laufe auf das Ziel zu, um den Siegespreis zu gewinnen: die Teilhabe an der himmlischen Welt, zu der Gott uns durch Christus Jesus berufen hat.

Pfarrer Andreas Brändle

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