Liebe hat verschiedene Gesichter

Der Sonntagsartikel im «Der Rheintaler» vom 9.12.17 verfasst von Pfarrer Andreas Brändle, Diepoldsau.
Wenn ein kleines Kind getauft wird, gehört es in der Kirche dazu, dass es einen Taufspruch bekommt. Dieser Spruch wird bei der Taufe gelesen und wird auch in die Taufurkunde geschrieben.

Beim vorgängigen Taufbesuch nehme ich immer eine Auswahl von möglichen biblischen Taufsprüchen mit, sage aber auch immer, dass sie über Internet selber einen Spruch suchen können. Einziges Kriterium, es muss ein Spruch aus der Bibel  sein. Wenn ich ein Ranking  von den meistgewählten Taufsprüchen machen müsste, dann wäre an erster Stelle ganz gewiss der Vers aus 1.Joh 3,18: Lasst uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und Wahrheit. Letzthin hatte ich eine Taufe, da haben gerade beide Familien unabhängig voneinander diesen Spruch gewählt.

Nun gibt es doch so viele schöne Sprüche in der Bibel, warum wird gerade dieser Spruch immer wieder gewählt?

Darauf angesprochen, gab mir eine junge Mutter sinngemäss zur Antwort: In der Liebe kommt es nicht so sehr auf die schönen Worte an, sondern ob man sich gegenseitig hilft. Wenn mein Mann beim Kind auch mal die Windeln wechselt, wenn er mir beim Abwasch hilft, wenn er den Müll rausbringt und einfach auch sonst etwas hilft im Haushalt.

Liebe wird hier nicht in Worten sondern in Gefälligkeiten und Dienstleistungen für den anderen verstanden. Man ist dazu bereit, weil der Ehepartner es sich wünscht. Man möchte dem anderen eine Freude machen, indem man ihm einen Dienst erweist. Das ist Ausdruck von Liebe.

Liebe hat verschiedene Gesichter und Ausdrucksformen, christliche Liebe zeigt sich vor allem in der Hilfsbereitschaft. Dabei hat uns unser Meister Jesus Christus selber ein schönes Beispiel gegeben wie man Liebe durch einen Dienst zu Ausdruck bringt: Er wusch seinen Jüngern die Füsse. In  jener Zeit als die Menschen noch Sandalen trugen und über schmutzige, staubige Strassen gehen mussten, war es Brauch, dass der Diener des Hauses den ankommenden Gästen die Füsse wusch. Jesus, der seine Jünger gelehrt hatte, einander zu lieben und füreinander da zu sein, gab ihnen ein Beispiel, wie diese Liebe sichtbar werden kann, indem er Schüssel und Handtuch nahm und anfing, ihnen die Füsse zu waschen. Der Apostel Paulus hat diese Haltung verallgemeinert indem er schreibt: Dienet einander durch die Liebe.

In dieser Advents- und Weihnachtszeit mit den vielen Familienessen und Zusammenkünften gibt es viele Gelegenheiten diese Ausdrucksform von Liebe zu praktizieren – ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!

Pfarrer Andreas Brändle

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