Zum Reformationstag 31. Oktober

Sonntagsartikel im «Der Rheintaler» 31.10.18

Verfasst von Pfarrer Andreas Brändle, Diepoldsau.
Ich schreibe einen Artikel zum Reformationstag, obwohl wir einen solchen in der Schweiz gar nicht haben.

Gefeiert wird in der Schweiz immer am 1.Sonntag im November, der sogenannte Reformationssonntag.  Der Reformationstag wird nur in Deutschland und Österreich am 31.Oktober gefeiert. Wenn ich auf feiertagskalender.ch gehe, steht dort am 31.Oktober Halloween! Ich schreibe trotzdem zur Reformation!

Die vier Pfeiler der Reformation heissen „Allein aus Glauben“, „Allein aus Gnade“, „Alleine Christus“, „Allein die Heilige Schrift“. In diesem Artikel beschränke ich mich auf den 4.Pfeiler, die Heilige Schrift. Die Bibel ist wie ein Konzentrat, wer zuviel auf einmal nimmt, dem bekommt sie nicht gut. Darum bin ich dankbar, für die Losungstexte für jeden Tag, in den man portionenweise gut verträglich ein Bibelwort für den Tag mitbekommt.

Anfangs Oktober war ich im Refresh Camp, einem Lager für junge Leute in Kroatien. Mit dabei waren über hundert Jugendliche und viele erwachsene Begleiter. Am Morgen gab es jeweils ein Leitertreffen und ein Leiter gab jeweils seine Gedanken zu einem Bibelwort weiter. Am Donnerstag hiess dieses Wort: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Timotheus 1,7) Der Leiter brachte um das zu illustrieren, das Beispiel von einer Unfallstelle. Er sagte, wenn wir an eine Unfallstelle herankommen, dann müssen wir zunächst einmal die Furcht überwinden. Viele fahren einfach vorbei, ignorieren alles und schauen weg oder was noch schlimmer ist, zücken das Handy und machen ein Foto. Damit wir nicht wegschauen, brauchen wir Kraft und Liebe, übersetzt heisst das, der Wille zu Helfen. Dann kommt aber noch die Besonnenheit dazu. Wir brauchen gute Nerven, ruhiges Blut und vor allem das nötige fachliche Wissen um zu helfen.

Am gleichen Tag machten wir zusammen mit den Jugendlichen einen Ausflug nach Torgir. Als wir am Ziel ankamen, bekam eine der Jugendlichen einen starken epileptischen Anfall. Viele waren schon aus dem Car ausgestiegen, als es passierte. Zum Glück hatten wir eine medizinische Fachperson mit dabei. Einige Jugendliche haben unter Anleitung der Patientin geholfen. Dabei haben sie gelernt, nicht wegzuschauen, wenn jemand in Not ist, sondern tatkräftig zu helfen und unter Anleitung die nötige Hilfe zu geben. So ganz nebenbei haben sie dabei auch den Bibelvers vom Morgen umgesetzt!

Als ich am Abend diese Begebenheit dem Leiter, der die Kurzandacht am Morgen gehalten hat, mitteilte, staunten wir beide, wie Gottes Wort auch heute noch wirkt!

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Timotheus 1,7)

Ihr Pfarrer Andreas Brändle, Diepoldsau

 

Foto:«Nicht wegschauen - helfen»   www.polizei-beratung.de

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